Archiv 27. Juni 2022

Für gute Arbeit im Bildungsbereich und eine offene Gesellschaft

Neuer Vorstand der GEW Unterfranken gewählt
Im Kulturhaus „Alte Synagoge“ in Kitzingen fanden am Samstag, 25.6.2022, die Vorstandswahlen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Unterfranken statt. Mit langanhaltendem Applaus wurden zunächst Jörg Nellen, bisher langjähriger Geschäftsführer der GEW Unterfranken und Brigit Gräf, ebenso langjährige Schatzmeisterin, verabschiedet – sie traten bei den Wahlen nicht mehr an.
Die bisherige kommissarische Vorsitzende Monika Hartl wird künftig unterstützt von Geschäftsführer Florian Köppel, Schatzmeister Oliver Glockmann und Öffentlichkeitsreferent Tino Haaf-Schön. Die Aufgaben, denen sich der neue Vorstand und die gesamte Bildungsgewerkschaft stellen müssen, sind immens: Der Fachkräftemangel an den Schulen und Kindertagesstätten ist bereits heute unübersehbar und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. In der Erwachsenenbildung und den Universitäten gilt es befristeten Stellen und unfairen Bezahlmodellen
den Kampf anzusagen. Gesellschaftlich gilt es soziale Ungerechtigkeit weiterhin klar zu kritisieren und für Offenheit und Toleranz einzutreten. „Der Kampf gegen Rechts bleibt ein wichtiges Anliegen“, so die Vorsitzende Monika Hartl.
Bildunterschrift: Das neue Führungsteam der GEW Unterfranken (v.l.n.r.): Moni Hartl, Vorsitzende, Oliver Glockmann, Henning Albrecht, interkulturelle Kommunikation, Isabelle Schön, Öffentlichkeitsarbeit Internet, Florian Köppel, Geschäftsführung.

Was erwartet mich im Referendariat?

Bildungsgewerkschaft GEW und AK Lehramt an der Uni Würzburg bieten an:

Online-Veranstaltung live:
Was erwartet mich im Referendariat?
Donnerstag, 16.05.2022, 19 Uhr
Auf deinem Computer!

Das Referendariat ist eine komplizierte Sache. Anmeldung, Zwischenzeiten und eventuelle Arbeitslosigkeit, Finanzielles, Alltag, Ablauf und vieles mehr kann Berufsanfänger:innen einiges abverlangen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Unterfranken informiert seit Jahren Studierende aller Lehrämter kompetent und genau.

Ablaufplan

Zoom-Meeting beitreten

Meeting-ID: 626 4205 4823
Passwort: 470252

„Trotz alledem!“ – GEW begrüßt Ausstellung in Aschaffenburg

Die Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe „Trotz Alledem!“ findet vom 02. Mai bis 03. Juni dieses Jahres in Aschaffenburg statt. Unter dem Thema des antifaschistischen Widerstands im Rhein-Main-Gebiet von 1933-1945 enthält die Ausstellung Linoldrucke von Thilo Weckmüller und Texte von Matthias Meyer, mit denen die Widerstandskämpfer*innen vorgestellt werden.

https://stadtarchiv-aschaffenburg.de/trotzalledem

Das Projekt insgesamt in A’burg ist unter anderem eine schöne Würdigung für den Widerstandskämpfer Peter Gingold, der seine Geburtsstadt nie vergessen hat und noch bis ein Jahr vor seinem Tod gerne zu unseren Veranstaltungen kam. Jetzt wünschen wir uns noch, dass die Stadt ihn auch in der Form würdigt, dass eine Tafel an seinem Geburtshaus in der Steingasse 27 angebracht wird, wie es die Kommunale Initiative (KI) schon 2016 beantragt hat.

Weitere Infos zu Peter Gingold: http://bgr-ab-mil.de/?page_id=152

GEW: Ostermärsche 2022 – nötiger denn je!

DGB und GEW Unterfranken rufen zur Beteiligung auf

Als gäbe es nicht schon genug Gründe, haben mit dem unfassbaren und völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine die bundesweiten Ostermärsche dieses Jahr eine besondere Bedeutung bekommen. Die beiden unterfränkischen Ostermärsche finden jeweils am Ostersamstag, dem 16. April statt.

In Schweinfurt gibt es am Gründonnerstag, dem 15.4., eine Mahnwache von 10.00 bis 18.00 Uhr auf dem Marktplatz. Um 12.00 Uhr zieht Andreas Zumach (DFG-VK) dort eine kritische Bilanz der letzten 20 Jahre, vom 11. September 2001 bis zum aktuellen Ukraine-Krieg.

Aschaffenburg: 16.4., Treffpunkt 11.00 Uhr Theaterplatz – Demonstrationszug durch die Innenstadt – Abschlusskundgebung Theaterplatz. Hauptrednerin: Ulrike Eifler, DIE LINKE, stellv. Landessprecherin NRW, in Unterfranken über ihre Gewerkschaftsarbeit sicher einigen bekannt. Außerdem werden VertreterInnen der veranstaltenden Gruppen Attac und Friedenstrommler sprechen. Mit entsprechenden Liedbeiträgen wird Reinhard Frankl die Redebeiträge umrahmen.

Würzburg: 16.4., Treffpunkt 11.00 Uhr am Hauptbahnhof, Abschlusskundgebung um 11:45 am Unteren Markt. Es sind Redebeiträge der VeranstalterInnen ÖKOPAX, Pax Christi, ATTAC/DFG-VK, DGB, Greenpeace, Fridays for Future und Florakreis WÜ vorgesehen. Die DGB-Band Schweinfurt sorg für ein musikalisches Rahmenprogramm.

„Statt Aufrüstung: 100 Milliarden für eine gerechte Welt!“, so ist der Würzburger Aufruf überschrieben. In Aschaffenburg ist das Hauptmotto: „Die Waffen nieder – Stoppt die Gewaltspirale – Krieg ist keine Lösung!“
Und der DGB überschreibt seinen Aufruf zu den diesjährigen Ostermärschen mit „STOPPT DEN KRIEG! – Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine!“

In weiteren Forderungslisten der Aufrufe finden sich immer wieder die scharfe Ablehnung des 100-Mrd.-Sonderfonds für die Bundeswehr und der Rüstungsexporte bzw. Waffenlieferungen aus Armee-Beständen in Kriegsgebiete. So heißt es im Würzburger Aufruf: „Es gibt aber keine Sicherheit und keinen Frieden mit Waffen und Aufrüstung.“

weitere Informationen:

Aschaffenburg: www.attac-aschaffenburg.de, Aufruf (pdf)

Schweinfurt: Aufruf (pdf)

Würzburg: https://wuerzburg.dfg-vk.de/ und der Aufruf (pdf)

DGB Aufruf (pdf)

Brandbrief aus der KiTa

Foto: GEW

Schon vor Corona war das Arbeiten in Kitas in Bayern kein einfaches Unterfangen. Nun ist aber ein Zustand erreicht, an dem wir über unsere Arbeitsbedingungen an die Öffentlichkeit gehen müssen, da es so einfach nicht mehr weitergehen kann.
Im folgenden Brandbrief wird detailliert aufgezeigt, wo etwas im Argen liegt und was geändert werden muss:
Hier die Hauptpunkte:
1.) Die Stellenschlüssel sind zu hoch
Der im BayKiBiG festgeschriebene Mindestanstellungsschlüssel von 1:11 (Kindergarten) bzw. 1:5,5 (Krippe) ist deutlich zu hoch. Die Fehlzeiten durch Krankheiten des Personals und der Kinder des Personals, Urlaub und Fortbildungen werden überhaupt nicht berücksichtigt und bedeuten in der Praxis einen tatsächlich viel höheren Personalschlüssel. Dieser wiederum bedeutet eine höhere Belastung für die Beschäftigten in der Kita, die aufgrund dieser Belastung öfter ausfallen – ein Teufelskreis!
2.) Bürokratisierung in der Corona-Pandemie
Die Arbeitsbedingungen in der Pandemie sind sowieso schon sehr belastend – die pädagogischen Möglichkeiten werden durch Gruppentrennungen, Kontaktvermeidungen, Turnhallen- und Schwimmbadsperrungen usw. sehr eingegrenzt. Dazu kommen aber viele neue Anweisungen, was alles beachtet und umgesetzt, sowie kontrolliert und dokumentiert werden soll – eine wahrlich nützliche Unterstützung der täglichen Arbeit in den Kitas…
3.) Mangelnder Nachwuchs durch falsche Rahmenbedingungen
Seit Jahren ist klar, dass es an Kräften für den Kitabereich fehlt. 4 Jahre Ausbildung und niedrige Gehälter machen den Erzieher:innenberuf nicht wirklich attraktiv. Daher sollten alle Ausbildungsformen des pädagogischen Personals tariflich angemessen vergütet sein und auch für Quereinsteiger:innen und Umschüler:innen interessant angeboten werden.
4.) Fehlende Wertschätzung
Ein Applaus zum Beginn der Pandemie und ein Corona Bonus, wenn man im passenden Tarif ist. Sieht so Wertschätzung aus? Ein systemrelevanter Beruf, die Kitas müssen unbedingt offenbleiben, aber die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung dürfen gleichzeitig schlecht sein und sich während der Pandemie noch weiter verschlechtern? Die Bundesmittel fürs Gute-Kita-Gesetz werden in Bayern weitestgehend für einen Elternbeitragszuschuss verbraten. Davon hat das Personal in Kitas rein gar nichts.

Die Ausführungen zu diesen Punkten können hier heruntergeladen (PDF) und nachgelesen werden.

Zusammenfassender Überblick (1 Seite) „Der Fisch stinkt vom Kopfe her“ (pdf) – als Aushang am Schwarzen Brett nutzbar

Neuer Aufbruch in Chile – Jugend in Bewegung

Überraschende Verbindungen zwischen Würzburg und Chiles neuer Regierung

Bild oben: Die neue Pressesprecherin der chilenischen Regierung Boric, Camilla Vallejo (links), war vor 10 Jahren mit einer Studierendendelegation Gast bei der Würzburger GEW.

Unter dem Motto „Neuer Aufbruch in Chile – Jugend in Bewegung“ besuchte vor 10 Jahren eine Delegation von Studierenden aus Chile auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Bildungsgewerkschaft GEW Würzburg zahlreiche Städte in Deutschland. Am 21. Januar 2012 war der DGB Würzburg Gastgeber einer Podiumsdiskussion im Studentenhaus.

Angeprangert wurde Chile als Musterland des Neoliberalismus. Eindrucksvoll schilderten Camila Vallejo, kommunistische Studentenführerin, und ihr Mitstreiter die Situation in ihrer Heimat. Soziale Ungerechtigkeit, eine kranke Demokratie, größte Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung waren überall zu spüren. Bildung war nur für Privilegierte und zu einem hohen Preis erreichbar. Aber es herrschte Aufbruchstimmung. Ziviler Ungehorsam, Streiks und eine aufbegehrende Jugend bestimmten das Geschehen. 

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Post aus Kiew

Deutsche Schule Kiew, 25. Februar 2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schulleiterinnen und Schulleiter,

während des Verfassens dieses Briefes an Sie alle findet – so unwirklich sich dies anhören möge – die Schlacht um Kiew statt.
Am Morgen des 25. Februar wurden erste russische Militärfahrzeuge in einem an die DS Kiew angrenzenden Stadtviertel gesichtet.
Das Schreiben von Fr. Toledo des 25. Februar fasste die Lage im Land und die Beschaffenheit der DS Kiew ebenfalls zusammen. Wir sind geschlossen und versuchen mit allen Kräften unsere Belegschaft und Kinder in dieser Lage zu unterstützen.

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Internationaler Frauentag: „Brot und Rosen!“

Heute zum Weltfrauentag hat auch die GEW ihren Frauen Rosen überreicht. In ausgewählten Betrieben dankte Renate Oehler (Mitglied im Bundesfrauenausschuss der GEW) den Frauen und erinnerte zugleich an die aktuelle Tarifrunde, in welcher gerade auch die Eingruppierung und eine gerechtere Bezahlung von allen im Sozial- und Erziehungsdienst tätigen Frauen verhandelt wird. In der Comenius Schule und im JUKUZ sorgte die Rosenaktion für große Freude. Monika Hartl, Vorsitzende der GEW dazu: „Wir brauchen einen Wandel und dieser ist weiblich! Von einer geschlechtergerechten Gesellschaft sind wir noch weit entfernt! Selbst im Bildungsbereich, der überwiegend weiblich geprägt ist (zwischen 70 % an Schulen und deutlich über 90% im vorschulischen Bereich), sind Führungspositionen nur zu etwa 30% mit Frauen besetzt! Das muss sich ändern!

Aufruf des Landesfrauenausschusses der GEW Bayern (pdf)

Präsenz und Testen in KiTa und Schule

GEW zu Schulstart und KiTa-Betrieb in Unterfranken

Die Bildungsgewerkschaft GEW im DGB hat ihre Mitglieder befragt (Auswahl von Antworten im Volltext), wie sie den Schulstart nach den Ferien sehen. „Der überwiegende Teil wünscht sich Präsenzunterricht mit Augenmaß, aber kein Fahren auf Sicht wie die Staatsregierung“, so die GEW-Bezirksvorsitzende Monika Hartl.
Präsenzunterricht mit kleinen Lerngruppen wird begrüßt. „Bei Älteren funktioniert Hybridunterricht so gut, dass man getrost abwechselnd einen Teil der Klasse daheim lassen kann“, so die Förderschullehrerin Hartl. Auch reinem Distanzunterricht wird das Wort geredet: „Die Schülerinnen und Schüler schaffen das“, sagten einige der Befragten.
Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten hat bei der Bildungsgewerkschaft Priorität. Die GEW Unterfranken weist nochmals darauf hin, dass die Sachaufwandsträger (Gemeinden und Landkreise) in der Pflicht sind, Raumlüftungsgeräte in ausreichender Zahl endlich anzuschaffen: „Geld ist genug da, aber die Entscheidungskraft fehlt“, so Hartl. „Mit einem Raumlüftungskonzept haben die Hygiene- und Abstandsregeln die größte Wirkung.“ So kritisiert die GEW, dass z. B. in Aschaffenburg zwar Gelder für Lüftungsgeräte vom Stadtrat genehmigt wurden, aber nicht in den Schulen ankommen. Mangelnde Aufklärung bei den Schulen sieht die GEW hier als Ursache.
Die generelle Testpflicht aller an Schulen und Kindertagesstätten teilnehmenden Personen wird von der GEW Unterfranken begrüßt. Aber in den Kindertagesstätten wird es bei der Durchführung der Tests Probleme geben. Selbst die Staatsregierung gibt zu, dass es nicht genügend Laborkapazität für sogenannte „Lolli“-Pooltests gibt. Das sei angesichts der Vorlaufzeit beschämend, sagt Hartl. „Die Staatsregierung fährt weiterhin auf Sicht, statt Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen.“

Pooltests in Kitas: PCR-Tests scheitern in Unterfranken an Laborkapazitäten 
GEW: „Chancen für die bessere Methode verpasst“ 

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