Es brennt an Bayerns Schulen – auch in Unterfranken

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Es brennt an Bayerns Schulen – auch in Unterfranken

„Es brennt an Bayerns Schulen – jetzt sind sich alle einig. Aber werden auch alle gehört?“ ist die Pressemitteilung der GEW Bayern überschrieben.

Weiter heißt es darin: „Für heute, 4. 11. lädt die Staatskanzlei erneut zum Schulgipfel. Und mittlerweile sind sich die Lehrerverbände, die Elternverbände und auch der Landesschülerrat der Gymnasien mit der GEW einig: an den Schulen fehlt es an einem tragfähigen Konzept mit der Corona-Krise umzugehen. Eingeladen sind jedoch nicht alle Teile der Schulgemeinschaft.

Die GEW hatte schon sehr früh Bedenken geäußert und die jetzigen Zustände vorausgesagt sowie alternative Ansätze vorgeschlagen. Dennoch wird sie als die Bildungsgewerkschaft im DGB mit 280.000 Mitgliedern deutschlandweit nicht einmal angehört und wie schon beim letzten Schulgipfel nicht beteiligt, obwohl der Kultusminister nicht müde wird zu betonen, dass „alle Mitglieder der Schulfamilie“ angehört wurden.“

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Zitate mit Skandalen aus den Schulen (aufgrund der Umfragen)

– „Viele Schüler*innen sind zu Hause technisch mangelhaft ausgestattet, haben kein W-Lan, keinen Computer oder Tablet, sowie keinen Drucker. Nur am Handy zu arbeiten funktioniert auf Dauer nicht!“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Für uns Lehrer/innen besteht ein unglaublicher Arbeitsaufwand bei einzelnen Fächerkombinationen, wenn man die Arbeit ernstnimmt (ausführliche Anweisungen, Lösungsblätter, enorm viele Korrekturen).“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Die Bildungsträger hatten bezüglich der Corona-Krise nichts im Vorfeld geplant und wurden demzufolge „überrascht“. Es gab überhaupt keine wie auch immer geartete Notfallplanung.“ (Lehrer, Erwachsenenbildung)

– „Ich wünsche mir eine Unterstützung für die Mehrarbeit durch Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte, Sozialarbeiter und eine finanzielle Anerkennung der Arbeitgeber für die geleistete intensive Betreuung, die weit über den Normalbetrieb hinausgeht.“ (Lehrer, Erwachsenenbildung)

– „Es soll eine verbindliche Notfallplanung für alle Bildungseinrichtungen erstellt werden, um eine einheitliche nachvollziehbare Handlungsempfehlung für zukünftige Szenarien auf den Weg zu bringen.“ (Lehrer, Erwachsenenbildung)

– „Ich habe von den Schulschließungen nur aus den öffentlichen Medien erfahren. Von meiner Dienststelle wurde ich bisher über keinerlei Maßnahmen informiert. Auf Nachfragen meinerseits beim Schulleiter habe ich bisher keine Antwort erhalten.“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Ich weiß nicht, wie ich mich als behinderte Lehrkraft derzeit und künftig verhalten soll. Ich fühle mich ausgeschlossen und isoliert.“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Ich wünsche mir informiert zu werden. Ich wünsche mir konkrete Schutzmaßnahmen und Anweisungen, wie ich mich verhalten soll.“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Notengebung und Begleitung ist nicht mehr möglich. Wenn alles nachgeholt werden soll, bin ich 24/7 beschäftigt mit Korrigieren. Ich fordere eine Strategie zu entwickeln, die den Ausfall nicht 1:1 nachbearbeitet/nachholt, um die bisherige Qualifizierung zu erreichen. Ich fordere eine situationsgerechte Maßnahme, denn man kann nicht so tun, als ob nichts gewesen wäre!“ (Lehrer, Fachakademie)

– „Ich habe den Eindruck, dass ich seitdem die Pandemie die Schulen schließt, kein Lehrer mehr bin, sondern ein Krisenmanager. Nachhaltig Lernen geht anders.“ (Lehrer, Fachakademie)

– „An meiner Schule wünsche ich mir die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Sicherheitsvorschriften gegenüber allen anwesenden Personen, klare Vorgaben zur Streichung von Lerninhalten und die Klarheit darüber, dass die entstandenen Wissenslücken sich in die kommenden Schuljahre ziehen und dadurch Anpassungen auch für kommende Schuljahre geschaffen werden müssen“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Die Schulen bzw. das Kultusministerium sollten auf jeden Fall auch in der Zukunft von den gemachten Erfahrungen profitieren und das Schulsystem dementsprechend überarbeiten: z.B. Lockern der Verpflichtung zum Präsenzunterricht in der Oberstufe, Zugestehen von mehr Eigenverantwortlichkeit der SchülerInnen, Kombination von digitalem und analogem Lernen und dadurch Lerngruppen verkleinern, räumliche Ressourcen besser ausschöpfen, Notengebung und Vorrückungsverfahren überdenken etc.!“ (Lehrerin, Gymnasium)

– „Wie können Arbeitsblätter ausgeteilt, Klausuren zurückgegeben, Schüler bei individuellen Fragen beraten werden und gleichzeitig Abstand gehalten werden (z.B., wenn ich dem Schüler in seinem Buch bzw. Heft etwas zeigen / erklären will)? Wie kann der Abstand im Lehrerzimmer eingehalten werden, gerade in den Pausen / am Kopierer?“  (Lehrerin, Gymnasium)

– „Nicht alle Schüler haben PCs / Laptops zu Hause, daher sind die Schüler aus armen Familien benachteiligt und konnten am Online-Unterricht nicht teilnehmen. Zudem haben die Lehrkräfte zu wenig praktische Fortbildung im Bereich „Online-Unterricht“.“ (Lehrer, Wirtschaftsschule)

– „Da die Laptops nicht neu waren, sondern auch für Kurse benutzt wurden, waren sie nicht mit Kamera und Mikrophon ausgestattet. Deshalb funktionierten webex-Meeting nicht von Homeoffice aus. Bereit gestellte E- Learning-Module konnten von den Teilnehmern nicht bearbeitet werden, weil ihnen die entsprechende Ausstattung fehlte. Es gab für diese bei auftauchenden EDV- Problemen keinen Ansprechpartner im EDV- Support. Wir konnten diese Probleme nicht lösen.“ (Lehrerin, Erwachsenenbildung)

– „Es ist nach wie vor mühsam, herauszufinden, welche Anbieter für Videosprechstunden etc. man nutzen kann oder wie man Video-Tutorials sicher veröffentlicht.“ (Rektorin, Grundschule)

– „An meiner Schule trifft die Mehrarbeit durch Klassenteilung vor allem die Teilzeitbeschäftigte.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „An meiner Schule droht die Mehrarbeit wegen Ferien-Notbetreuung.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Schleicht sich hier eine Arbeitszeiterhöhung durch die Hintertür ein? Wir halten alle so toll zusammen, da leisten wir gerne unbezahlte Mehrarbeit? Heißt das Systemrelevanz, dass man sich ausbeuten lassen muss? Weil anders das System kollabiert?“ (Lehrerin, Grundschule)


– „Man soll streng (!) auf die Einhaltung der Hygienevorschriften achten. Spielen ohne Kontakt. Freundschaft ohne Kontakt. Und jeder Verstoß soll von der Lehrkraft streng gerügt werden. Ziemliche Spaßbremse!“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Die Tische sollten zwischen den Gruppen desinfiziert werden. Lehreraufgabe… Jeder hat täglich zweimal Pausenaufsicht, weil die Kinder versetzt in Kleingruppen auf den Hof gehen. Theoretisch kann man selber nicht einmal auf die Toilette gehen, weil man ja durchgängig Aufsichtspflicht hat. Durch den zeitversetzten Unterricht ist es nimmer möglich, mal kurz mit KollegInnen zu reden. Also gegenseitige moralische Unterstützung sowie soziale Verbindlichkeit entfallen.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Unterrichtsvorbereitung parallel für den Präsenzunterricht und für das Lernen zuhause ist sehr anspruchsvoll. Angemessene Aufgaben für das Lernen zuhause erschöpfen sich zunehmend. Dazu kommt noch: fehlendes Personal für die Notbetreuung wird vom Schulleiter aufgefangen (!).“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Unsere Schule ist technisch schlecht ausgestattet: es gibt kein Wlan, doch ein festinstallierter Beamer in nur einem Klassenraum, teils schlechte Internetverbindung und schleppende Wartung der vorhandenen (und stark veralteten Schülerrechner). Die fehlende Rechner für Kinder in Notfallbetreuung werden durch Privatgeräte des Schulleiters ersetzt: nach wie vor fehlende Finanzierung der Digitalisierung durch die öffentliche Hand.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Als Lehrer/innen haben wir zu wenig Hilfen von außen bei digitalen Problemen bzw. beim Erwerb von Wissen zum digitalen Arbeiten. Hätte sich unsere Schulleiterin nicht aktiv dafür bei der Gemeinde eingesetzt, dass wir in Sachen Systembetreuung professionelle Unterstützung bekommen, müssten wir die Systembetreuung vollkommen alleine machen. So haben wir zwar Unterstützung von außen durch die Gemeinde, es müsste aber stundenmäßig mehr sein. Zudem ist es ein Armutszeugnis, dass die Schulen sich diesbezüglich selbst Hilfen organisieren müssen.“ (Lehrerin, Grundschule)


– „Wenn die digitale Ausstattung und Einführung bereits während der letzten zwei Schuljahre erfolgt wäre (!!), hätten wir in dieser besonderen Zeit nicht mit grundsätzlichen Problemen zu kämpfen.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Ich arbeite an einer kleinen Grundschule (ca. 100 Schüler, momentan 5 Klassenlehrer). Wir 5 Kollegen müssen all das auch gemeinschaftlich leisten, was Kollegen an größeren Schulen leisten müssen, wo sich viele und verschiedene Ämter gut auf viele Kollegen verteilen lassen, während bei uns an der kleinen Schule jede Kollegin mehrere Ämter zu übernehmen hat, um alles abzudecken. Dasselbe Problem ergibt sich bei den notwendigen Aufsichten, da neben Pausenaufsichten auch Bus- und Frühaufsichten geleistet werden müssen. Das führt dazu, dass jeder von uns entsprechend mehr Aufsichten übernehmen muss als dies an einer großen Schule der Fall wäre.“ (Lehrerin, Grundschule)

– „Wir sind die einzig Dummen, die ohne Abstand mit 30 Menschen stundenlang im geschlossenen Räumen arbeiten sollen. Die Praxis hat gezeigt, dass sich mit der Hälfte der Klasse sehr gut arbeiten lässt, obwohl es selbst hier schon sehr schwierig war die Abstandsregelung in den Klassenräumen einzuhalten. Eine Mischung aus Präsenz – und Distanzunterricht müsste das Mittel der Wahl sein, wobei sich bei der Versorgung der Schüler mit Hardware, Software und deren souveräner Anwendung noch nichts getan hat. Insbesondere für die Mittelschule wird das wohl nicht für so unbedingt wichtig erachtet.“ (Lehrerin, Mittelschule)

– „An unserer Schule sind die größten Probleme die vollen Klassen und viel zu wenig Platz. Zudem gibt es nur wenige, veraltete sanitäre Anlagen, lediglich 1 Personaltoilette für ca. 25 bis 30 Leute Personal und das im gleichen Raum mit Schülertoiletten. Die Klassenräume sind zu klein, sodass der Abstand von 1.5m kaum möglich ist. Gruppen strikt auseinanderzuhalten beim Warten auf die 9-Sitzer-Busse ist ein Ding der Unmöglichkeit. Bei halben Gruppen bekamen wir das alles noch einigermaßen gut hin. Unser Krankenstand beim Personal ist generell sehr hoch, daher ist festes Personal in den Gruppen gar nicht möglich. Man muss oft in anderen Gruppen aushelfen, damit der Betrieb läuft.“ (Erzieherin, Förderschule)

– „Wichtig wären meiner Meinung nach ein Lüftungskonzept/Klimaanlagen auf einen für Corona nützlichen Stand bringen, regelmäßige Testungen der Schülerschaft und des Personals, Anpassung der Lehrinhalte und Stundentafel (es wird einfach nicht alles so gehen „wie normal“), des Weiteren die Möglichkeiten, die Lehrkräfte zu entlasten (Verringerung des Stundendeputats, des Schriftwesens etc.), da die zu erwartende Situation eine dauerhafte Mehrbelastung in vielerlei Hinsicht bedeutet, sowie eine qualifizierte Anlaufstelle für Schulen, an die sie sich bei akuten Problemen (die ja überall anders sein können) wenden können.“ (Lehrerin, Förderschule)

– „Angesichts der steigenden Zahlen von Erkrankten und Toten halte ich den Regelbetrieb für unverantwortlich. Wenn sich tatsächlich 30 und mehr SchülerInnen plus Lehrkraft in einem kleinen Klassenzimmer versammeln, ist das permanente Tragen von Mund-Nasen-Schutz-Masken im Unterricht unerlässlich. Es ist mittlerweile medizinisch erwiesen, dass auch Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene Covid 19 übertragen können und auch an dem Virus erkranken können.“ (Lehrer, Gymnasium)

– „In diesen Zeiten ist die Ansteckungsgefahr besonders groß für diejenigen KollegInnen, die 300 und mehr SchülerInnen in mehr als 10 Klassen/Kursen unterrichten und als Nomaden durchs Haus ziehen, weil sie nicht über einen Fachraum verfügen – Alltag für die allermeisten KollegInnen an unseren Gymnasien. Gerade jetzt nach den Sommerferien ist die Gefahr groß angesichts der vielen Reiserückkehrer aus Risikogebieten.“ (Lehrer, Gymnasium)

– „Die 800 sogenannten „Team-Lehrkräfte“ sind angesichts von 6000 Schulen in Bayern ein Tropfen auf dem heißen Stein. Da wahrscheinlich an unserer Schule keine dieser 800 „Team-Lehrkräfte“ ankommen wird, ist die Mehrarbeit von mir und anderen, die (noch) halbwegs arbeitsfähig sind, vorprogrammiert.“ (Lehrer, Gymnasium)

– „Meine Sorge ist, dass das ganze System mit voller Beschulung ganz schnell kollabieren wird.“ (Lehrerin, Berufliche Schulen)

– „Persönlich fühle ich mich (60 Jahre alt) im Schulhaus einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt, wenn es dazu kommt, dass alle Klassen vollzählig da sein sollen und die Abstände im Unterricht in der Klasse nicht eingehalten werden können.“ (Lehrerin, Berufliche Schulen)