{"id":397,"date":"2018-10-01T21:11:32","date_gmt":"2018-10-01T21:11:32","guid":{"rendered":"http:\/\/gew-unterfranken.de\/?p=397"},"modified":"2019-02-20T11:16:04","modified_gmt":"2019-02-20T11:16:04","slug":"gew-zu-positionen-der-afd-und-ihren-einschuechterungsversuchen-gegen-lehrkraefte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gew-unterfranken.de\/?p=397","title":{"rendered":"GEW zu Positionen der AfD und ihren Einsch\u00fcchterungsversuchen gegen Lehrkr\u00e4fte"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich verschiedener Wahlkampf-Auftritte in der Region nimmt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Aschaffenburg-Miltenberg zur \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c (AfD) und ihrer Bildungspolitik wie folgt Stellung: Nach Auffassung der GEW sind die Positionen der AfD mit den Interessen, Werten und Zielen der Bildungsgewerkschaft unvereinbar. Die AfD stellt sich z. B. grunds\u00e4tzlich gegen die Ausweitung von Ganztagesangeboten und die Umsetzung der v\u00f6lkerrechtlich bindend zugesagten Inklusion. Sie lehnt eine weiterreichende Integration behinderter Kinder an Regelschulen kategorisch ab. Diese \u201eideologisch motivierte Inklusion um jeden Preis\u201c verursache \u201eerhebliche Kosten\u201c und behindere Sch\u00fcler in \u201eihrem Lernerfolg\u201c. Stattdessen will die AfD die F\u00f6rder- und Sonderschulen erhalten &#8211; die Forderung, behinderten Kindern die Teilhabe am Bildungssystem zu garantieren, sei \u201ebereits umfassend und erfolgreich erf\u00fcllt\u201c, hei\u00dft es im Programm.<br \/>\nEine weitere AfD-Forderung lautet, \u201ealle vollst\u00e4ndig ausgebildeten Lehrer\u201c im regul\u00e4ren Schulbetrieb einzusetzen, \u201estatt in Vorbereitungsklassen f\u00fcr Migranten\u201c. Dies verst\u00f6\u00dft nach Ansicht der GEW gegen das Grundgesetz. Schlie\u00dflich darf danach niemand wegen seiner Herkunft oder Sprache bevorzugt oder benachteiligt werden.<br \/>\nAm kommenden Donnerstag, 4.10.2018, soll nun unter anderem Dr. G\u00f6tz Fr\u00f6mming (MdB) Berlin, in der Aschaffenburger Stadthalle auf einer Wahlkampfveranstaltung der AfD zum Thema \u201eAnschlag auf die Bildung!\u201c reden. Der Berliner Geschichtslehrer Fr\u00f6mming gibt sich zwar gebildeter, kultivierter als die H\u00f6ckes und Poggenburgs, hat aber f\u00fcr jede Entgleisung seiner Parteikolleg*innen eine Entschuldigung. Wenn eine Beatrix von Storch nicht ausschlie\u00dft, dass man an der Grenze auch auf Kinder und Frauen schie\u00dfen solle, sei sie \u201efalsch verstanden\u201c worden.<br \/>\nWenn ein Bj\u00f6rn H\u00f6cke in Goebbels-Manier vom 1000-j\u00e4hrigen deutschen Reich schwadroniert, habe er \u201esich halt in Rage geredet\u201c.<br \/>\n\u201eAngesichts der offensichtlich demokratiefeindlichen Positionen und Aktionen der AfD stellt sich die Frage, wer hier tats\u00e4chlich einen Anschlag auf die \u00f6ffentliche Bildung beabsichtigt\u201c, kontert Monika Hartl, Vorsitzende des hiesigen GEW-Kreisverbandes.<br \/>\nDie Debatte um das bestehende Kooperationsverbot nannte Fr\u00f6mming in der Haushaltsdebatte am 25. September d.J. eine \u201ePhantomdebatte\u201c.<br \/>\nGEW-Vorsitzende Marlis Tepe hingegen hatte erst letzte Woche bei einem Besuch von Bildungseinrichtungen in M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg einen Schulterschluss f\u00fcr gute Bildung, einen Solidarpakt zwischen Bund, L\u00e4ndern und Kommunen als zentralen L\u00f6sungsansatz zur Verbesserung der personellen und technischen Ausstattung an vielen Kitas und Schulen in Bayern hervorgehoben.<br \/>\nAn einigen Passagen des AfD-Wahlprogramms hat Fr\u00f6mming selbst mitgeschrieben. Unter anderem an einer, die im H\u00f6cke-Jargon eine &#8222;Verengung, der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus&#8220; feststellt. Diese m\u00fcsse zugunsten einer Geschichtsbetrachtung aufgebrochen werden, die auch &#8222;positiv identit\u00e4tsstiftende Aspekte&#8220; umfasse. Fr\u00f6mmig findet, dass im Geschichtsunterricht ein zu gro\u00dfer Fokus auf der NS-Zeit liege. Die GEW ist dagegen der Auffassung, dass eine umf\u00e4ngliche Behandlung der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust angesichts sechs Millionen ermordeter Juden und einem Krieg, der gro\u00dfe Teile der Welt \u00fcberzog, mehr als gerechtfertigt ist. Alles andere w\u00e4re Geschichtsf\u00e4lschung. \u201eDas m\u00fcsste einem Geschichtslehrer allerdings bewusst sein\u201c, sagt GEW-Kreisvorsitzende Monika Hartl.<br \/>\nWarum sich die GEW gerade vor den bayerischen Landtagswahlen auf die AfD fokussiert, begr\u00fcndet sie u. a. mit der Notwendigkeit, \u00fcber die autorit\u00e4re, demokratie-, behinderten- sowie fremdenfeindliche Einstellung der Partei zu Bildung und Unterricht zu informieren.<br \/>\nInsbesondere kritisiert die GEW, dass die Partei mittlerweile gegen ihr unliebsame Lehrkr\u00e4fte mit Dienstaufsichtsbeschwerden vorgeht. Sollte die AfD in den bayerischen Landtag einziehen, rechnet die Gewerkschaft mit weiteren \u00f6ffentlichen Angriffen auf Lehrerkollegien. In anderen Bundesl\u00e4ndern hat sie das schon mehrfach getan. Die Einrichtung von Online-Plattformen, um angebliches Fehlverhalten von Lehrkr\u00e4ften zu denunzieren, dient der Partei u. a. dazu, Lehrerinnen und Lehrer einzusch\u00fcchtern, die eine kritische Auseinandersetzung im Unterricht mit den politischen Parteien, auch mit der AfD, f\u00fcr wichtig erachten. Eine Partei, die faschistoide Tendenzen in ihren Reihen dulde, sich vom extrem rechten &#8222;Institut f\u00fcr Staatspolitik&#8220; eines Herren Kubitschek politisch beraten lasse, so die klare Aussage der GEW, kann in keiner Hinsicht eine Alternative f\u00fcr Deutschland, auch nicht f\u00fcr Bayern sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich verschiedener Wahlkampf-Auftritte in der Region nimmt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Aschaffenburg-Miltenberg zur \u201eAlternative f\u00fcr Deutschland\u201c (AfD) und ihrer Bildungspolitik wie folgt Stellung: Nach Auffassung der GEW sind die Positionen der AfD mit den Interessen, Werten und Zielen der Bildungsgewerkschaft unvereinbar. Die AfD stellt sich z. 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