{"id":1478,"date":"2020-01-09T17:33:07","date_gmt":"2020-01-09T17:33:07","guid":{"rendered":"http:\/\/gew-unterfranken.de\/?p=1478"},"modified":"2020-01-15T21:59:24","modified_gmt":"2020-01-15T21:59:24","slug":"bildungsgewerkschaft-zu-piazolo-geht-gar-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gew-unterfranken.de\/?p=1478","title":{"rendered":"Bildungsgewerkschaft zu Piazolo: \u201eGeht gar nicht!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>GEW kritisiert Personalpolitik des Kultusministeriums scharf<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Unterfranken warnt seit 1970 vor dem Lehrkr\u00e4ftemangel an Bayerns Schulen (<a href=\"https:\/\/www.gew-bayern.de\/index.php?eID=dumpFile&amp;t=f&amp;f=50495&amp;token=bc4bfe95d0e2beedc59b3acf14e2fa7b3913e844&amp;sdownload=&amp;n=GT_17_16_Gegen_den_Lehrkraeftemangel.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"1 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">1<\/a>). Wie es scheint, 50 Jahre vergebens: Nun hat Kultusminister Piazolo an Grund- Mittel- und F\u00f6rderschulen die Arbeitszeit erh\u00f6ht, verordnet den Lehrkr\u00e4ften eine l\u00e4ngere Lebensarbeitszeit, streicht Erholungszeiten und schr\u00e4nkt Teilzeitarbeit ein. \u201eAuf ein marodes Geb\u00e4ude kann man nicht einfach eine Etage aufstocken,\u201c kritisiert Martin Heilig, der GEW Bezirksvorsitzende. \u201eDas geht gar nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Betroffene f\u00fchlen sich hilflos, sind w\u00fctend, entt\u00e4uscht.<\/strong> (s. unten R\u00fcckmeldungen an den GEW-Bezirksvorstand)<\/p>\n\n\n\n<p>Die GEW k\u00fcndigt in Unterfranken Widerstand an. Ma\u00dfnahmen wie Dienst nach Vorschrift, Streichung der privaten Ausgaben f\u00fcr den Unterricht, Aussetzen der freiwilligen Zusatzaufgaben wie Systembetreuung, Klassenfahrten, Schulfeste werden diskutiert. Zun\u00e4chst rufen wir noch im Januar zu einer Demonstration in W\u00fcrzburg auf. \u201eEs reicht!\u201c, sagt Heilig.<\/p>\n\n\n\n<p>s. auch <a href=\"https:\/\/www.gew-bayern.de\/presse\/detailseite\/neuigkeiten\/gew-weist-piazolo-paket-vehement-zurueck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"PE GEW Bayern (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">PE GEW Bayern<\/a><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong> Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der &#8222;Markt&#8220;\nf\u00fcr Lehrkr\u00e4fte besonders an Grund- und Mittelschulen ist\nleergefegt, in Unterfranken fehlen \u2013 entgegen den Beteuerungen der\nStaatsregierung \u2013 mindestens 500 Lehrkr\u00e4fte, weiteres\np\u00e4dagogisches Personal und Fachkr\u00e4fte der F\u00f6rderung. Der Mangel\ndr\u00fcckt auf die Arbeitsbedingungen und unwillk\u00fcrlich auch auf die\nSchulkinder: &#8222;Unsere Kolleginnen und Kollegen melden uns, dass\nsie Doppelf\u00fchrungen haben, sich nicht trauen auf Fortbildungen zu\ngehen oder gar krank zu sein&#8220;, sagt der Bezirksvorsitzende\nMartin Heilig zu den Ma\u00dfnahmen des Kultusministeriums, den\nLehrkr\u00e4ftemangel an Grund-, Mittel- und F\u00f6rderschulen durch\neinschneidende Ma\u00dfnahmen aufzufangen. &#8222;Zu hart, zu sp\u00e4t,\nkontraproduktiv!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Mobile Reserve am\nSchuljahresbeginn aufgebraucht<br>\n<br>\nKolleginnen und Kollegen in\nder Mobilen Reserve, die Ausf\u00e4lle (Schwangerschaft, Fortbildungen,\nKrankheiten) kurzzeitig auffangen sollen, sind schon am\nSchuljahresbeginn so umfassend eingesetzt, dass es keinen Spielraum\nmehr gibt, z.B. wenn die herbstliche Erk\u00e4ltungswelle einsetzt. Die\nFolge sind Doppelf\u00fchrungen von zwei Klassen durch eine Lehrkraft,\ndas Zusammenlegen von aus p\u00e4dagogisch Gr\u00fcnden getrennten\nLerngruppen, \u00dcber- und Vertretungsstunden, fachfremder Unterricht.\n&#8222;Das trifft vor allem aus guten Gr\u00fcnden teilzeitarbeitende\nLehrerinnen hart, aber noch schlimmer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die\nBedarf an individueller F\u00f6rderung haben, das Recht auf Unterricht\nund auf kontinuierliche Betreuung&#8220;, so Heilig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wutreaktion des Kultusministeriums<br> <br> Seit Jahren werden unverheiratete &#8211; ja sogar auch verheiratete, soweit sie noch keine Kinder haben &#8211; Lehrkr\u00e4fte an Grund- und Mittelschulen, die das Referendariat absolviert haben, mit einer Planstelle nach Oberbayern abgezogen. Viele dieser Kolleginnen und Kollegen haben immer wieder aus privaten Gr\u00fcnden (Familie, Pflege, Ehrenamt, Vereinsarbeit, etc.) eine Anstellung in Unterfranken der Planstelle in der Ferne vorgezogen. Das hat das Kultusministerium bisher mit Nichtanstellung bestraft. Vor dem Hintergrund des Lehrkr\u00e4ftemangels (die jungen Kolleginnen und Kollegen werden \u00fcberall dringend ben\u00f6tigt) f\u00fchlt sich das Kultusministerium nun veranlasst, doch Angestelltenvertr\u00e4ge in Unterfranken abzuschlie\u00dfen. Doch nicht ohne Strafe: Obwohl die Kolleginnen und Kollegen vom ersten Tag ben\u00f6tigt werden und eingeplant sind, d\u00fcrfen sie erst zum 01. Oktober antreten. Die Schulen m\u00fcssen die ersten drei Wochen des Schuljahres \u00fcberbr\u00fccken, die jungen Kolleginnen und Kollegen m\u00fcssen sich diese drei Wochen versichern, arbeitslos melden und f\u00fcr ihren Unterhalt selber sorgen. Wenigstens bekommen sie die folgenden Sommerferien bezahlt. &#8222;Das ist eine kindische Wutreaktion des Kultusministeriums, die an den Menschen und der Bedarfslage vorbei geht&#8220;, meint der GEW-Bezirkschef.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lehrkr\u00e4ftemangel ist hausgemacht. <br><br> Daher schl\u00e4gt die GEW konkrete kurz- und mittelfristige Ma\u00dfnahmen vor (<a href=\"https:\/\/www.gew-bayern.de\/presse\/detailseite\/neuigkeiten\/fuer-unterrichtsqualitaet-und-lehrergesundheit-ist-eine-ganze-reihe-von-sofortmassnahmen-notwendig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"2 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">2<\/a>), um den Druck auf Kolleginnen, Kollegen und Kinder zu mildern:<br> &#8211; gleiche Bezahlung von allen Lehrkr\u00e4ften (Einstiegsgehalt A13 f\u00fcr alle)<br> &#8211; Reform der Lehrkr\u00e4fteausbildung (Grundstudium f\u00fcr alle, Aufbaustudium nach Schularten), und Erh\u00f6hung der Zahl der Studienpl\u00e4tze<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reaktionen der Betroffenen und gew\u00fcnschte Ma\u00dfnahmen <\/strong>(Verwendung nur anonymisiert)<\/p>\n\n\n\n<p>1. Ich schlie\u00dfe mich voll an eure Aussagen an.<br>Es kann nicht sein, dass die desastr\u00f6se Personalpolitik auf unserem R\u00fccken ausgetragen wird. Das \u201eGes\u00e4usel\u201c von Herrn Piazzola klingt f\u00fcr mich unertr\u00e4glich!<br>Ich bin F\u00f6rderschullehrerin und werde im Sommer diesen Jahres in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Der Job ist sehr anstrengend und ich bin froh, dass ich nach einem Burnout vor f\u00fcnf Jahren noch so lange und gut durchgehalten habe. Aber mehr w\u00fcrde definitiv nicht gehen. Es sieht ja so aus, als ob ich gerade noch die Kurve gekriegt habe. Mit allen meine Kolleg*innen nach mir solidarisiere ich mich und hoffe sehr, dass es zu diesen Ma\u00dfnahmen nicht kommen wird.<br>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br>A., F\u00f6rderschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>2. Sch\u00f6n, dass es\nm\u00f6glich ist, den Unmut \u00f6ffentlich zu \u00e4u\u00dfern! Hoffentlich h\u00f6rt es\njemand, der auch Einfluss nehmen kann.<br>\nJahrelang hat dieses\nMinisterium darauf beharrt, dass es in Bayern mehr als genug Lehrer\ngibt, dass man die Situation fest im Griff hat. Wer das Gegenteil\nbehauptet hat, etwa Berufsverb\u00e4nde, wurde als Nestbeschmutzer\nangeprangert. Insofern sollte man die Herrschaften auf ihre Aussagen\nfestnageln: Es gibt in Bayern keinen Lehrermangel, alles ist\nperfekt!<br>\nAnstatt sich selbst zu beweihr\u00e4uchern, h\u00e4tte man\nbeizeiten Ma\u00dfnahmen ergreifen sollen. Die Geburtenrate steigt ja\nnicht so spontan, f\u00fcr die Schule gibt es immerhin SECHS Jahre\nVorlauf. Welches Unternehmen kann schon so langfristig planen?<br>\nDie\nPensionierungen kommen nat\u00fcrlich v\u00f6llig \u00fcberraschend. Niemand wei\u00df\nim voraus, wann der 65. Geburtstag ansteht, das ereignet sich mehr\nwie ein Vulkanausbruch: unvorhersehbar! So jedenfalls behandelt das\nKuMi dieses Thema seit Jahrzehnten.<br>\nDann muss die Frage erlaubt\nsein, weshalb es nur GrundschullehrerInnen treffen wird. Weil es dort\nEltern gibt, die sonst Rabatz machen? Anders als in F\u00f6rder- und\nMittelschulen, wo nur noch aufgegebene Kinder ohne Lobby unterrichtet\nwerden?<br>\nSchauen wir uns mal sachlich an, was die Ma\u00dfnahme\nbewirken wird. Eine Wochenstunde mehr pro LehrerIn. Die KollegInnen\nwerden st\u00e4rker belastet sein, das erh\u00f6ht den Krankenstand, damit\ndie Unterrichtsausf\u00e4lle, denn Mobile Reserven sind Mangelware.\nUnterrichtsausfall belastet die \u00fcbrigen KollegInnen, die einspringen\nm\u00fcssen, und erh\u00f6ht damit weiter den Krankenstand. Und so\nfort&#8230;<br>\nDamit hat die Schule jedoch keine einzige zus\u00e4tzliche\nLehrkraft gewonnen, die noch eine Klassenf\u00fchrung \u00fcbernehmen k\u00f6nnte.\nGerade bei kleinen Schulen &#8211; und das sind Grundschulen ja h\u00e4ufig &#8211;\nein Problem. Vielleicht muss sogar die eine oder andere gehen, weil\npl\u00f6tzlich das Stundenkontingent \u00fcberschritten ist. Dann geht der\nSchuss nach hinten los.<br>\nIm \u00fcbrigen ist es nat\u00fcrlich ein\nUnding, dass erst ewig die H\u00e4nde in den Scho\u00df gelegt werden, wenn\nnun aber der Kittel lichterloh brennt, werden hektisch beliebige\nMa\u00dfnahmen ergriffen, ohne deren Folgen abzuw\u00e4gen. Ausgetragen auf\ndem R\u00fccken derer, die man eigentlich h\u00e4tscheln sollte, weil sie\nschlie\u00dflich diejenigen sind, die man ganz dringend braucht.&nbsp;<br>\nWas\nwenn der Nachwuchs mitkriegt, wie knallhart mit LehrerInnen seitens\ndes (eigentlich f\u00fcrsorgepflichtigen) Dienstherrn umgegangen wird?\nWenn es ihn davon abschreckt, seinerseits den Beruf zu ergreifen?\nDoch nicht so erstrebenswert? Die Ferien hat man nicht etwa zum\nReisen, sondern um Liegengebliebenes aufzuarbeiten und um gesund zu\nwerden, bevor man in die Tretm\u00fchle zur\u00fcckkehrt. Daf\u00fcr ist die\nBezahlung ja sehr verlockend, alle anderen Lehrer verdienen mehr,\nunterrichten weniger Stunden und genie\u00dfen h\u00f6heres Ansehen. Ich\nw\u00fcrde mich nie mehr f\u00fcr Grundschullehramt entscheiden!<br>\nN\u00e4chste\nOption zur Rettung der kultusministeriellen Ehre: Erh\u00f6hung der\nSch\u00fclerzahlen pro Klasse. In Zeiten ausbleibender elterlicher\nErziehung und zunehmend mangelhafter Sprachkenntnisse &#8211; l\u00e4ngst nicht\nnur bei Kindern mit Migrationshintergrund &#8211; eine wirklich gute Idee,\num garantiert Lernen zu verhindern. Da zischen dann halt statt dem\nobligatorischen einen ADHS-ler pl\u00f6tzlich zwei, drei wie die\nFlummib\u00e4lle durchs Klassenzimmer. Sie stecken diejenigen an, die\nimmer bereit sind, bei einem kleinen Abenteuer mitzuwirken. W\u00e4hrend\ndie Lehrkraft sich um die Lauten k\u00fcmmert, verk\u00fcmmern die Stillen.\nKonzentrierte Lernatmosph\u00e4re geht anders! Die Finanzierung der\nSchulsozialarbeit wurde soeben heruntergefahren. Da kommt Freude\nauf!<br>\nNebenher hat dank Inklusion ohne begleitende Ma\u00dfnahmen die\neinzig im Klassenraum vorhandene Lehrkraft noch kompetente\nBinnendifferenzierung durchzuf\u00fchren. Die potentiellen Gymnasiasten\nverlangen nach Anreicherung des Stoffes, weil sie sich t\u00f6dlich\nlangweilen (und deswegen allerlei Schabernack treiben), w\u00e4hrend\ngleichzeitig andere noch immer nicht kapiert haben, was eigentlich\nein Pluszeichen ganz praktisch bedeutet. In dieses Chaos schneien\nalle Nase lang die Vorgesetzten herein, um einem Beurteilungen nach\nGau\u00df&#8217;scher Normalverteilung um die Ohren zu hauen. Wenn das nicht\nmotiviert!<br>\nDaf\u00fcr sparen die LehrerInnen nun ein\nArbeitszeitkonto an. Ich misstraue dem Braten grunds\u00e4tzlich!\nVollmundige Versprechungen, die dann sp\u00e4ter aus irgendwelchen\nGr\u00fcnden doch nicht wahr werden, gab es doch schon genug. Ach so.\nGrundschullehrerInnen. Andere, die ohnehin weniger arbeiten,\nnat\u00fcrlich nicht. Aber die getrauen sich nicht, mal den Aufstand zu\nproben. Die lieben Kinderchen k\u00f6nnten darunter leiden, das will man\ndoch nicht. So leiden die zarten Kindlein denn unter der\n\u00dcberforderung ihrer LehrerInnen.<br>\nDa lie\u00dfe sich noch so viel\nfinden, was einfach nur v\u00f6llig falsch l\u00e4uft. Aber es geht ja um die\nStundenzahlerh\u00f6hung. Wie ist das mit &#8222;den letzten\nDienstjahren&#8220;, in denen man nimmer betroffen ist? Wie viele sind\ngemeint? Zwei? Von wegen Plural&#8230;<br>\nSo viel dazu. Wenn du weitere\nTiraden brauchst, etwas ausf\u00fchrlicher dargestellt haben willst,\nmelde dich einfach. Ich schreibe wirklich gern! Manchmal habe ich\nsogar etwas Zeit \u00fcbrig.<br>\nA., Grundschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p><br> 3. Die Pl\u00e4ne des Kultusministeriums sind ein Skandal! Die Lehrer*Innen an den Grund-, Mittel- und F\u00f6rderschulen sind doch schon jetzt \u00fcber die Ma\u00dfen gefordert. Viele Studienanf\u00e4nger, die bis gestern Interesse hatten, in die Lehrer-Ausbildung einzusteigen, werden sich wohl nun anders orientieren, denn die Aussichten auf Besserung der Personalsituation werden immer trister. Das \u00dcbergehen des Hauptpersonalrates ist in meinen Augen katastrophal!<br>Wehrt Euch, Kollegen!<br>Ch., Grundschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>4. Ich bin emp\u00f6rt und kann verstehen, dass kaum jemand an meiner Schulart (Grundschule) unterrichten m\u00f6chte. Ich werde nach dem Referendariat wahrscheinlich nicht weiter im Schuldienst arbeiten und f\u00fchle mich jetzt schon \u00fcberfordert und dass obwohl ich weit! Unter den 29 Stunden arbeite. Die ungleiche Bezahlung an verschiedenen Schularten ist in keiner Weise haltbar. F\u00fcr die Wirtschaft werden Unsummen ausgegeben, f\u00fcr Schulen und Lehrer dagegen nicht genug. A13 muss endlich f\u00fcr alle schularten kommen, sonst werden weiterhin Lehrkr\u00e4fte wie ich und einige bekannte abspringen.<br>L., Grundschulreferendarin<\/p>\n\n\n\n<p>5. Ich arbeite seit 20 Jahren an einer F\u00f6rderschule f\u00fcr geistige Entwicklung und sehe dass die Anforderungen an Lehrkr\u00e4fte, Heilp\u00e4dagogische F\u00f6rderlehrer und Kinderpflegerinnen bei uns enorm gestiegen sind. Die Sch\u00fcler haben zunehmend Probleme im sozial- emotionalen Bereich, so dass es kaum noch Klassen ohne Sch\u00fcler mit Schulbegleitung gibt. Es gibt Klassen mit so vielen Schulbegleitern, dass der Platz gar nicht mehr ausreicht. Eltern lehnen eine Diagnostik ihrer Kinder ab und so kann kein Schulbegleiter beantragt werden und somit wird der Unterricht permanent gest\u00f6rt und unterbrochen. Es gibt keine mobilen Vertretungslehrer &#8211; Kinderpflegerinnen sollen Unterricht \u00fcbernehmen f\u00fcr ein miserables Gehalt! Lehrervetretungen werden permanent von nicht qualifiziertem Personal \u00fcbernommen , sprich Erzieher\/ Kinderpfleger. Wenn jede nur ihre eigentlichen p\u00e4dagogischen Aufgaben, die da immer noch genug und sehr anspruchsvoll sind, ausf\u00fcllen w\u00fcrde, w\u00fcrde der Schulbetrieb nicht mehr zu bewerkstelligen sein.<br> Und nun sollen die Lehrkr\u00e4fte noch l\u00e4nger arbeiten, sollen keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein Sabbatjahr mehr haben&#8230;&#8230; Ich denke der Schuss geht nach hinten los. Burnout oder Dauerarbeitsunf\u00e4higkeiten werden steigen.&nbsp;<br> Wo bitte sch\u00f6n ist das eine Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die motivierten, noch durchhaltenden P\u00e4dagogen , die so tolle Arbeit an den Schulen leisten.&nbsp;<br> Lieber Herr Kultusminister wie w\u00e4r es denn mit zus\u00e4tzlichen Lehrern und Bonuspr\u00e4mien nicht nur f\u00fcr Lehrer sondern auch f\u00fcr Kinderpflegerinnen, Heilp\u00e4dagogen und Erzieher.<br> Ich sehe nicht wie diese neuen Ma\u00dfnahmen hilfreich sein sollen. Was wir brauchen ist zus\u00e4tzliches Personal, Coaching und Supervision!&nbsp;<br> A., F\u00f6rderschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>6. Was k\u00f6nnte ich nach 25.Dienstjahren da nicht alles antworten\u2026<br>Meine Meinung:<br>Die aktiven Lehrerinnen m\u00fcssen eine verfehlte Personalpolitik ausbaden.<br>60% Teilzeitkr\u00e4fte l\u00e4sst erkennen, dass Vollzeit zu belastend ist.<br>Die Formulierung&nbsp;\u201evor\u00fcbergehend\u201c ist nicht eindeutig genug. Bekannt ist mir<br>Noch 5 Jahre Ansparen &#8211; 5 Jahre Ruhephase &#8211; 5 Jahre R\u00fcckgabe<br>Die Mehrarbeit bedeutet eine Gehaltsreduzierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigene Betroffenheit<\/p>\n\n\n\n<p>Zum n\u00e4chsten Schuljahr wollte ich meine Stundenzahl auf 22 Wochenstunden reduzieren, um meine Gesundheit zu schonen. Meine Arbeite mache ich sehr gerne, aber ich lebe nicht f\u00fcr die Arbeit. Interessieren w\u00fcrde es mich, ob die Pflege eines alten Familienangeh\u00f6rigen&nbsp;eine Ausnahme erm\u00f6glicht.<br>Auf jeden Fall werde ich versuchen meine Planung durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wozu bist du bereit?<\/p>\n\n\n\n<p>Viel bleibt uns als Beamtin ja nicht\u2026<br>Demo nach Unterrichtsschluss<br>Unterschriftenliste<br>Pers\u00f6nlicher Brief an den Kultusminister<br>Petition an den Landtag&nbsp;<br>R., Grundschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>6. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist die Streichung des Antragsruhestands ein Schlag ins Gesicht. Ich bin 60 Jahre alt und m\u00f6chte mit 64 aussteigen. Schon jetzt f\u00e4llt es mir schwer, mein t\u00e4gliches Arbeitspensum zu erf\u00fcllen. Die Zahl meiner Krankheitstage war w\u00e4hrend meiner gesamten beruflichen T\u00e4tigkeit minimal. Dass ich damit auch Raubbau an meiner Gesundheit betrieben habe, merke ich jetzt im Alter. Noch vier Jahre arbeiten ist f\u00fcr mich das \u00e4u\u00dferst M\u00f6gliche.&nbsp;<br>Die Presseerkl\u00e4rung der GEW ist deutlich. Ich stelle mich voll hinter die gemachte Kampfansage.<br>Herzlichen Gru\u00df,<br>G., F\u00f6rderlehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>7. Jahrelang keine Reserven aufbauen (um Geld zu sparen) und dann die Lehrkr\u00e4fte in die Pfanne hauen ist unlauter, ja unfair!<br>Oh &#8211; wo kommen denn all die Kinder her, die vor 6 JAHREN geboren wurden &#8211; mit euch hat ja keiner gerechnet! So eine Schei.. &#8211; tut mit leid anders kann ich das nicht sagen! Was soll denn da &#8222;&#8230; schwer kalkulierbar sein &#8230;&#8220; (Schreiben &#8222;Sichere Unterrichtsversorgung&#8220;)<br>Oh 60% Teilzeit in der Grundschule! Ja bei 95% Frauen auch nicht extrem \u00fcberraschend und auch nicht besonders neu.  <br>Und vielleicht sollte man auch mal hinterfragen, warum gerade so viele &#8222;Alte&#8220; Teilzeit machen bzw. eher gehen! Doch nicht weil der Job so toll ist und nur Freude macht!<br>Ich bin betroffen &#8211; wollte 3 Jahre eher gehen und das noch kombinieren mit Antragsteilzeit (5+5Jahre) &#8211; also eigentlich wollte ich mit 59 gehen &#8211; nun mit 65! SUBBBAAA  <br>Ma\u00dfnahmen der GEW: was mir so spontan kommt:<br>&#8211; freiwillig \u00fcbernommene Aufgaben zur\u00fcckgeben ( z.B.: Systembetreuung (sollen Firmen komplett machen -&gt; es soll doch mehr Geld geben)  <br>&#8211; was w\u00e4re, wenn wir Dienst nach Vorschrift machen?<br>&#8211; &#8230;<br>Muss noch in Ruhe weiter \u00fcberlegen &#8211; aber hier ist f\u00fcr mich zum ersten Mal in \u00fcber 25 Jahren eine rote Linie derart \u00fcberschritten worden, dass ich vor Wut &#8230;  <br>Nicht vergessen: Wir haben immer noch einen NC f\u00fcr Grundschule<br> L., Personalrat<\/p>\n\n\n\n<p>9. Im Zuge des Widerstandes gegen die Piazolo Ma\u00dfnahmen, w\u00fcrde ich Demonstrationen besuchen, Petitionen unterschreiben, bei weiteren Informationen ggf. streiken und mich auch anderweitig einbringen.<br> T., Grundschullehrer<\/p>\n\n\n\n<p>10. Ich unterrichte derzeit 21 Unterrichtsstunden+1 Unterrichtsstunde Anrechnung f\u00fcr Schulleitung (familienpolitische Teilzeit). Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich voll ausgelastet und habe nicht vor, mein Deputat zu erh\u00f6hen. Statt dessen werde ich die Gehaltseinbu\u00dfe in Kauf nehmen und die Arbeitszeiterh\u00f6hung um diese Stunde reduzieren.&nbsp;<br> A., Grundschullehrerin<\/p>\n\n\n\n<p>11. Ich arbeite schon jetzt Teilzeit (24 Stunden), da ich neben meinem Beruf auch noch leben will. Da ich schon 60 Jahre bin , betrifft mich die Stundenerh\u00f6hung anscheinend nicht mehr. Aber vom Streichen des vorzeitigen Ruhestandes ab 64 mit Abschl\u00e4gen w\u00e4re ich betroffen.&nbsp; Wenn ich das Schreiben vom Kultusminister richtig interpretiere, sind vom Arbeitszeitkonto nur die Grundschullehrkr\u00e4fte betroffen. Da frage ich mich, ob wir die Deppen vom Dienst sind.&nbsp;<br>Ich w\u00e4re bereit auf Demos mitzugehen.<br>Th., Grundschullehrerin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GEW kritisiert Personalpolitik des Kultusministeriums scharf Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Unterfranken warnt seit 1970 vor dem Lehrkr\u00e4ftemangel an Bayerns Schulen (1). 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